Das Team des uniboard.ch holt den 2. Platz
Red Bull Corpus et Animus – Das Duell der Schweizer Universitäten
von Katharina Schwarzinger
Red Bull beflügelt Körper und Geist – Und genau Körper und Geist mussten die Teilnehmer des ersten Red Bull Corpus et Animus, des grossen Duells der Schweizer Universitäten, unter Beweis stellen. Wir hatten die Ehre, die Universität Zürich an diesem Wettkampf zu vertreten, und möchten euch an unseren ganz persönlichen Eindrücken dieses unvergesslichen Erlebnisses teilhaben lassen.
Als ich einige Tage vor dem grossen Wettkampf den Brief von Red Bull mit der Bestätigung, dass unser Team ausgewählt wurde, in den Händen hielt, kamen Freude und Spannung zugleich auf. Wir freuten uns zwar riesig, dass wir unsere Uni vertreten durften, wussten aber zugleich nicht wirklich, was uns alles erwarten würde. Schliesslich war die Beschreibung unserer Aufgabe beim Corpus et Animus ziemlich spärlich. Umso gespannter machten wir uns am 14. Oktober 2010 auf den Weg zur ETH Hönggerberg, wo das ganze Spektakel stattfinden sollte und wo uns schon die erste Überraschung erwartete: Videokameras. Okay, unsere Leistung, unser Erfolg oder unsere Niederlage würden also für die Ewigkeit dokumentiert. Ein Grund mehr, sich so richtig anzustrengen! An Motivation mangelte es uns also garantiert nicht, allerdings mussten wir feststellen, dass sich unsere Konkurrenten, die Teams der Universitäten von St. Gallen, Bern, Luzern, Fribourg und der ETH Zürich, ebenfalls fest vorgenommen hatten, den Titel in ihre Stadt zu holen. Um Punkt 00.00 Uhr Mitternacht fiel dann der Startschuss zu 16 Stunden Kopf- und Muskelarbeit. Es galt, innerhalb der nächsten 16 Stunden einen Business Case – zusammengestellt vom Partner von Red Bull, der Boston Consulting Group – mit mehreren Fragestellungen zu lösen. Gefragt waren Logik und Kreativität, das Ganze sollte in einer knackigen Präsentation vorgestellt werden und der beste Case sollte gewinnen. Innerhalb dieser 16 Stunden wurden wir insgesamt sechs Mal unterbrochen: Es musste jeweils ein Mitglied jedes Teams an einer sportlichen oder kulturellen Herausforderung teilnehmen und konnte dort Bonuspunkte für sein Team gewinnen. Mit diesen Bonuspunkten konnten sich die Teams Hilfestellungen erkaufen, welche von den anwesenden Experten der Boston Consulting Group zur Verfügung gestellt wurden.
Zum Glück – wie wir um ca. 7.00 Uhr morgens erst feststellten – machten wir uns gleich zu Beginn an eine sinnvolle Aufteilung der Fragestellung und kümmerten uns sofort um die analytischen, zahlenlastigen Aufgaben. Denn trotz der Unmengen an Koffein und Zucker, welche wir uns in flüssiger Form zuführten, liess die Konzentration und Leistungsfähigkeit zu morgendlicher Stunde doch spürbar nach. Umso dankbarer war ich, dass ich bereits für die zweite „Challenge“ ausgewählt wurde: Skateboarden. Halb vier Uhr morgens ist bei Weitem nicht der beste Zeitpunkt, um seine ersten Geh- bzw. Fahrversuche auf einem Skateboard zu machen, jedoch war ich trotz einiger Stürze und blauer Flecken froh um die Abwechslung und hatte äusserst viel Spass an der Sache. Schliesslich wurden wir – wie übringens bei allen Wettkämpfen – von waschechten Red Bull Athleten, von Experten und Cracks in die jeweilige Disziplin eingeführt und unterstützt. Leider konnte ich keine Bonuspunkte für unser Team rausholen. Dafür holten wir allerdings je einen dritten Platz in den Disziplinen Klettern und Urban Art. Beim Beatboxen, Biken und Crushed Ice-Fahren mussten wir uns den zugegeben etwas sportlicheren Teams unserer Konkurrenten geschlagen geben. Nichtsdestotrotz steckten wir unsere volle übrig gebliebene Energie darin, eine gute Präsentation zu erstellen. Glücklicherweise standen die Experten von BCG allen Teams mit Rat und Tat zur Seite und halfen beim letzten Feinschliff.
Zwischen 14.00 und 15.00 Uhr (das Zeitgefühl liess langsam aber sicher nach) war es dann soweit. Die Teams präsentierten ihre Lösungen und kreativen Vorschläge zum Business Case vor einer Jury aus Mitgliedern der Boston Consulting Group und von Red Bull. Während der darauf folgenden Beratungszeit der Jury stieg bei uns die Spannung und Aufregung ins Unermessliche. Reicht es, reicht es nicht? Waren die anderen besser? Es ging schliesslich um ein Wochenende in Abu Dhabi zum Formel 1-Finale! Ehe wir uns versahen, standen wir zusammen mit dem Team der HSG als letze zwei Teams vorne und bangten um den Sieg. Um es noch unerträglicher zu machen, verkündete der Kommentator, dass wir im Business Case die exakt gleiche Punktzahl erreicht haben und daher ein anderes, objektives Kriterium zur Ermittlung des Siegers gewählt wurde: Die erspielten Bonuspunkte aus den sportlichen und kulturellen Wettkämpfen. Wir blickten in die genauso ratlosen Gesichter unserer Konkurrenten, denn keiner von uns wusste, wer eigentlich mehr Punkte erreicht hatte. Es waren die Studenten der HSG, welche somit verdient den ersten Titel des Corpus et Animus nach St. Gallen holten und sich über den Sieg und gewonnen Preis freuen konnten.
Obwohl der Sieg zum Greifen nah war und wir nur knapp den ersten Platz verfehlten, fühlen wir uns nicht als Verlierer. Wir haben alles gegeben, vollsten Einsatz gezeigt und – so denken wir – die Universität Zürich würdig vertreten. Wir konnten eine Nacht und einen Tag lang wertvolle Erfahrungen sammeln, wir konnten einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt eines Beraters erhaschen und hatten nicht zuletzt wahnsinnig viel Spass an der Sache. Und nachdem wir den Schlaf nachgeholt, die knappe Niederlage verdaut und den überschüssigen Blutzucker abgebaut hatten, war uns eines klar: Wir würden jederzeit wieder am Red Bull Corpus et Animus mitmachen!